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Legenden

Geschichten und Legenden verbinden sich mit dieser Gegend ... Bocage, Wälder, Flüsse, Bäche, Teiche und Seen ... all diese geheimnisvollen, manchmal auch schwer zugänglichen Orte bieten viel Stoff für Legenden.

 

Sie finden Nahrung im schattigen Milieu der Wälder, deren Undurchdringlichkeit Schutz bietet für Geächtete, Räuber, Fahnenflüchtige und Rebellen ...

 

Die Legenden erzählen von Ängsten und Erwartungen, auch von Poesie, und von der Demut der Menschen aus vergangenen Jahrhunderten. Sie zu entdecken heißt, das Land verstehen zu lernen.

Im Umkreis des Grand Domaine hat jeder Naturschauplatz eine oder auch mehrere Legenden zu erzählen.

Die bekanntesten sind die über die Entdeckung der Quelle von Bagnoles und die des "Roc au chien", des Hundefelsens. Um mehr darüber zu erfahren, folgen Sie der Führung zum Thema "Legenden", die vom Fremdenverkehrsverein angeboten wird. 

Information zu den Führungen

 

Entdeckung der Quelle von Bagnoles

Es war einmal im Grenzgebiet zwischen Normandie, Bretagne und Maine, ein Landesfürst von ehrwürdiger Abstammung und mit einem berühmten Namen. Er hieß Hugues, Vitztum von La Ferté-Macé, Fürst von Tessé, Couterne ... Er war von großem Reichtum und besaß viel Land und viele Güter. Aber er hätte alles gegeben, um seine Jugend wiederzuerlangen und die seines treuen Rosses "Rapide", auf dessen Rücken er siegreich aus zahlreichen Schlachten hervorgegeangen war.

Er beschloß eines Tages, sein Pferd in den Wald zu führen, damit es dort "in Ruhe sterben" könne.  Groß war sein Staunen, als er es eines Tages, einen Monat später, jung und munter wie zu Zeiten ihrer großen Schlachten wiederkommen sah!  Er beschloß, dem Pferd in den Wald zu folgen, um mit eigenen Augen zu sehen, wo es herkam und durch welches Wunder es so verwandelt worden war. Das Pferd führte ihn an eine tiefe Schlucht, an die sich bis dahin niemand herangewagt hatte, und von deren Grund warme Schwefeldämpfe heraufstiegen. Das Pferd stieg hinab, badete in der Quelle und atmete die Dämpfe ein. Der Diener, der Sir Hugues gefolgt war, glaubte an eine Falle des Teufels und daß die Dämpfe der Hölle entstiegen; so überredete er Sir Hugues, der Quelle nicht näherzukommen. Dieser sah jedoch, wie Hirsche und Rehe auf der Flucht vor den Jägern in die Quelle tauchten und so ihren Verfolgern entkamen. Er entschloß sich schließlich doch, in der Quelle zu baden, und stellte nach einiger Zeit fest, dass er seine Jugend wiederfand. Selbst der Diener folgte seinem Herrn, mit vielen Gebeten, und als sie zum Schloss zurückkamen, waren sie kaum wiederzuerkennen, da sie neues Leben und Gesundheit aufgenommen hatten.

Aus Dankbarkeit für seine wiedergewonnene Gesundheit gründete der Fürst von Tessé am Ort seiner Genesung ein Spital und eine Kapelle für die Armen und Kranken.

Man erzählt, daß der Fürst Essirard, der mit einer jungen Frau verheiratet war, aber keine Kinder bekommen konnte, in der Quelle badete; einige Zeit später wurde ihm ein Erbe geboren - die Legende besagt, dass er danach zehn Kinder hatte. Er soll als Danksagung in Juvigny-sous-Andaine einen Turm mit rätselhafter Form erbaut haben: den "Tour de Bonvouloir".

 

Der Felsen des Hundes

Der Felsen, der der "Hundefelsen" genannt wird, liegt im Park des Rathauses. Es gibt zwei Legenden, die seinen Namen erklären:

Die erste erzählt, daß ein unvorsichtiges Kind zu nah an der Klippe spielte und in den Felsspalt fiel. Sein Hund war ihm gefolgt, und durch sein verzweifeltes Gebell wurde das Kind gefunden und gerettet. Als der Hund schließlich starb, wurde er aus Dankbarkeit hier begraben und die Stelle bekanm den Namen "der Felsen des Hundes".

 

Die zweite Legende handelt von einem bösen Fürsten, der am Vorabend seiner Hochzeit sein Junggesellenleben beendete, indem er alle Nonnen eines Klosters vergewaltigte. Natürlich wurde er dafür bestraft - indem er in ein Monster mit Hundekopf und Tigertatzen verwandelt wurde.  Der Fürst, sehr erbost darüber, daß er nun  nicht heiraten konnte, fraß daraufhin alle jungen Mädchen aus Tessé-la-Madeleine am Vortag ihrer Hochzeit. 

Ein kleiner buckliger Schneider, der heiraten wollte, hielt vor dem Haus seiner Verlobten Wache, um sie zu beschützen. Er wurde von einem alten Mann besucht, der ihm einen Beutel mit drei Zaubersteinen übergab, und ihm deren Gebrauch erklärte. Er wartete auf das Monster. Es schlug Mitternacht, und der Hund erschien. In Panik warf der kleine bucklige Mann den ersten Stein nach ihm. Das Monstrum heulte. Der zweite Stein wurde geworfen, und der Hund spie Feuer. Mit dem dritten Steinwurf schrie der kleine Schneider: "Höllenhund, nimm dich in Acht vor den Nonnen!" Das Monster verschwand. Am nächsten Tag sah der Hochzeitszug inmitten der Felsen den Kopf des Hundes, der für alle Zeiten hier versteinert worden war.

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